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Referenzen einholen – kann man ehrliches Feedback erwarten?

Heute schreibt mir ein Leser des Buches „Die Personalfalle”:„Herr Knoblauch, Sie schreiben, dass es sinnvoll wäre, sich beim alten Arbeitgeber über einen Bewerber zu erkundigen. Dazu ein Fallbeispiel: Angenommen, Ihre Frau würde (trotz bisher toller Beziehung) fremd gehen. Daraufhin wird die Beziehung beendet. Ein neuer Liebhaber würde bei Ihnen anrufen und fragen, wie denn die Beziehung mit ihr war. Ob Sie ihm empfehlen könnten, mit ihr in die Kiste zu steigen. Wie wäre Ihre Reaktion? Würden Sie ihm erzählen, wie schön die Beziehung war? Ich könnte mir vorstellen, Sie hätten diese Größe, doch sicherlich sind Sie damit in der Minderzahl. Ich bitte Sie, die Metapher nicht persönlich zu nehmen. Ich möchte meine Bedenken äußern, dass ich als Personaler in dieser Situation ein ehrliches Feedback erhalte.”

Na ja, ich habe geantwortet, dass man das eigentlich nur schlecht miteinander vergleichen kann. Schließlich ist der Vertrag mit meiner Frau der einzige lebenslange Vertrag, den ich geschlossen habe. Ein Arbeitsvertrag ist immer zeitlich befristet und schon deshalb deutlich weniger emotional besetzt.

Trotzdem: Ich habe mich immer gewundert, warum nur jeder 5. bis 10. Arbeitgeber bei mir anruft. Ich würde ihm in der Regel liebend gerne die Wahrheit zu seinem Bewerber sagen. Schließlich brauche ich umgekehrt auch mal wieder seine Hilfe.

Und noch etwas: Beim 9-stufigen Einstellungsprozess ist es so, dass es nach dem Einholen der Referenzen noch ein zweites Interview mit dem Bewerber gibt. Da geht es um Werte und Charakter und natürlich auch um Ungereimtheiten, die sich beim Einholen von Referenzen möglicherweise ergeben haben.

Ich kann nicht verbergen: Ja, ich bin ein großer Fan, was das Einholen von Referenzen anbetrifft, und zwar von allen Arbeitgebern, für die der Bewerber jemals gearbeitet hat.