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Senior-Azubis: Was Chefs über Quereinsteiger wissen sollten

„Jörg, würdest Du einen 50-jährigen Quereinsteiger einstellen?“ Kopfschüttelnd berichtete mir der Unternehmerkollege vom ältesten Ausbildungssuchenden, der sich je bei ihm beworben hatte. Würde ich? Aber ja! Mit Handkuss – wenn er sich als A-Bewerber entpuppt. Die Vor- und Nachteile der Quereinsteiger.

„Senior-Azubis“ – so lautet die inoffizielle Bezeichnung für ältere Quereinsteiger bei der Bahn. Sie sollen helfen, das akute Nachwuchsproblem zu beheben. Zum Beispiel Heike, eine Informatikerin, die nach der Familienpause nicht mehr in die IT-Branche einsteigen wollte. Stattdessen begann sie eine Ausbildung zur Lokführerin – mit 52.

Quereinsteiger – was ist zu beachten?

Quereinsteiger können tatsächlich ein gutes Mittel gegen Fachkräftemangel sein. Und das nicht etwa als Notlösung. Für Personaler sollte bei einer Bewerbung nie das Alter des Bewerbers entscheidend sein, sondern nur die Frage, ob der Bewerber das Zeug zum A-Kandidaten hat.

Natürlich gelten für ältere Quereinsteiger aber einige Besonderheiten. Es ist gut, diese Besonderheiten zu kennen und die Schwierigkeiten, die auftauchen könnten, im Bewerbungsgespräch anzusprechen.

Quereinsteiger
Wenn der Azubi älter ist als der Ausbilder: Was Quereinsteiger für Unternehmen besonders attraktiv macht – und mit welchen Problemen man rechnen muss.

Quereinsteiger: Nachteile

  • Altersstruktur

Der Quereinsteiger muss die Schulbank mit deutlich jüngeren Klassenkammeraden drücken. Der „Exotenstatus“ inmitten der Teenager kann belastend sein.

  • Lernpraxis

Jungen Menschen fällt es meist leichter, Neues zu lernen. Wer schon lange keine Schule mehr besucht hat, muss sich erst wieder ans Lernen gewöhnen.

  • Belastbarkeit

Mit zunehmendem Alter kann die körperliche Belastbarkeit nachlassen und Nachteile gegenüber den jüngeren Azubis bringen.

  • Akzeptanz

Der Quereinsteiger muss bereit sein, auch von deutlich jüngeren Kollegen und Vorgesetzten Ratschläge und Anweisungen entgegenzunehmen.

  • Finanzielle Einbußen

Der berufliche Neueinstieg ist für den Quereinsteiger in der Regel mit finanziellen Einbußen verbunden.

Quereinsteiger: Vorteile

  • Hohe Motivation

„Aussitzen“ bis zur Rente – das liegt dem Quereinsteiger vermutlich nicht. Seine Bewerbung lässt darauf schließen, dass er bereit ist, die Komfortzone zu verlassen und nochmal richtig durchzustarten. Quereinsteiger bringen oft großes Interesse und Leidenschaft für den neuen Berufswunsch mit.

  • Bereitschaft zur Weiterentwicklung

Der Quereinsteiger zeigt, dass er bereit ist, zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

  • Erfahrung

Auch wenn der Quereinsteiger vorher in einer anderen Branche tätig war, sind doch manche Erfahrungen und Kenntnisse hilfreich im neuen Job. Je nach Vorbildung ist sogar eine verkürzte Ausbildung möglich. Auch wenn es um Lebenserfahrung geht, können Senior-Azubis punkten.

  • Soziale Kompetenz

Quereinsteiger verfügen oft über bessere Umgangsformen als jüngere Bewerber.

  • Disziplin

Quereinsteiger punkten oft mit besonders viel Disziplin.

Und noch ein positiver Aspekt: Senior-Azubis zwingen den Ausbildungsbetrieb, noch einmal die Ausbildungsstandards zu checken. Azubis sind keine günstigen Kaffeekocher und Brötchen-Bringer. Gute Ausbildungsbetriebe wissen die Ideen ihrer Azubis zu schätzen und sorgen für flache Hierarchien, statt für stumme Unterordnung.

  • Mein Filmtipp dazu: Die Cheffalle – wovor Führungskräfte sich in Acht nehmen müssen.

Mehr Tipps gegen Fachkräftemangel finden Sie auf meiner Homepage www.joerg-knoblauch.de oder kontaktieren Sie uns einfach. Wir beraten Sie gern.